Der Göttinger Arbeitskreis e.V.
Der Göttinger Arbeitskreis e.V.

10.03.2021

Die Ukraine zwischen Russland und der Europäischen Union

 

Symposium des Göttinger Arbeitskreises
in Verbindung mit der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen,
Göttingen, Collegium Albertinum,

30. November/ 1. Dezember 2019

 

Konzeption und wiss. Leitung:

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Gilbert H. Gornig, Marburg

Über Jahrhunderte versuchten die Ukrainer ihren Weg als eigenständige Nation zu bestreiten und als solche anerkannt zu werden. Sie lernten ihre Bedürfnisse zurückzustellen und sich verschiedenen Machthabern, ob im 18. Jahrhundert dem Zarenreich und der Habsburger Monarchie oder im 19. Jahrhundert zum Teil Polen, Rumänien, der Tschechoslowakei und Russland unterzuordnen. Lediglich im Jahr 1919 gelang es der Ukraine zeitweilig ein eigenes Staatswesen zu etablieren. Unter Stalin herrschte in der Ukraine als Teil der Sowjetunion eine Zeit des Terrors. Millionen Menschen fielen der Hungersnot sowie den „großen Säuberungen“ zum Opfer. Auch nach dem Zweiten Weltkrieg besserte sich die Lage der Ukrainer nicht. Nach einer kurzen Periode des „Tauwetters“ mit gewissen Freiräumen der ukrainischen Bürger brach eine erneute Zeit der Russifizierung an. Letztendlich, wenn auch später als erhofft, war es den Ukrainern endlich am 24. August 1991 vergönnt die Unabhängigkeit der Ukraine zu verkünden. Mit der Orange Revolution im Jahr 2004 und der Maidan-Revolution im Jahr 2013 zeigten die Ukrainer, dass nicht mehr die postsowjetischen Eliten, sondern die Bürger selbst den Wandel bringen sollten. Als sich der ukrainische Präsident Janukowytsch im November 2013 unerwartet weigerte, das Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union zu unterzeichnen, protestierten zehntausende Bürger auf dem Maidan, einem zentralen Platz in Kiew. Diese Proteste uferten in schwere Kämpfe aus und führten letztlich zur Absetzung des ukrainischen Präsidenten. Es war unklar, ob sich die Ukraine außenpolitisch dem Westen öffnen oder sich lieber der Gunst Russlands versichern möchte. Ende Februar 2014 besetzten innerhalb von wenigen Tagen Streitkräfte ohne Hoheitszeichen die Krim. Es handelte sich laut Aussage Russlands nur um örtliche Selbstverteidigungskräfte und nicht um russische Streitkräfte. Dies wurde allerdings später dementiert. Die Besetzung von Teilen der Ukraine sollte laut Putin der Bevölkerung die freie Meinungsäußerung sichern und die dort lebenden Russen vor Diskriminierung schützen. Es wurde die Vermutung laut, dass Putin durch diese Vorgehensweise in Wirklichkeit machtpolitische Ziele verfolgt, die er nicht offen äußerte. Nach dem Wechsel der Regierung auf der Krim erklärte der Oberste Sowjet die Unabhängigkeit der Halbinsel. Daraufhin sprachen sich am 16. März 2014 nach russischen Informationen offiziell 96,7 Prozent der Bevölkerung in einem Referendum für einen Anschluss an die Russische Föderation aus. Ähnlich stimmten am 5. September 2014 nach der Verkündung der „Republiken Donezk und Luhansk“ auch 89 Prozent der Bürger in Donezk und 96 Prozent der Bürger in Luhansk ab. Auch hier war das Ziel letzten Endes einen Anschluss an Russland zu erreichen. Dem Konflikt sind bereits über 10.000 Menschen zum Opfer gefallen. Im September 2014 wurde ein Waffenstillstand vereinbart, der aber nicht eingehalten wird. Die internationale Staatengemeinschaft reagierte durch Worte und Sanktionen auf die russischen Handlungen in der Ukraine. Russland antwortete mit eigenen Wirtschaftssanktionen. Ein Ende des Konfliktes ist bis heute nicht in Sicht. Für fünf Millionen Menschen in der Ukraine ist, nach Aussage des Menschenrechtskommissars des Europarates, nicht einmal die Grundversorgung gesichert. Es fehlt an sauberem Wasser, an medizinischer Versorgung sowie an Kindergärten und Schulen. Die Bürger in der Ukraine sehnen nun schon seit langem ein Ende des Krieges herbei und wünschen sich eine Normalisierung des Alltagslebens.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Dietrich Rauschning

Diese bewegte Geschichte und aktuelle Ereignisse veranlassten den Göttinger Arbeitskreis in bewährter Zusammenarbeit mit der Kulturstiftung der deutschen Vertriebenen die Ukraine in den Mittelpunkt eines Symposiums zu stellen, wobei auch Referenten aus der Ukraine und ihren Nachbarländern zur Sprache kommen sollten. Die Tagung sollte zugleich eine gewisse Sympathie für das Land und die Menschen der Ukraine signalisieren, aber auch die Kenntnisse über dieses Land erweitern und zeigen, dass angesichts anderer weltweiter Probleme die Ukraine nicht vergessen ist. Die Referenten aus der Ukraine dankten uns sehr und Referenten benachbarter Länder äußerten den Wunsch, dass auch ihr Heimatland einmal im Mittelpunkt einer Tagung stehen sollte. Wir entschieden daher, uns Belarus in der nächsten Novembertagung 2020 zu widmen.

Nanaliya Popovitsch, Phd.

Prof. Dr. Kerstin S. Jobst

Nach einer fachkundigen und lebendigen Einführung durch Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Dietrich Rauschning, Georg-August Universität Göttingen, Göttinger Arbeitskreis, referierte Nanaliya Popovitsch, Phd., Uzhhorod National University, Ukraine, zur Geschichte der Ukraine von der Antike bis zur Neuzeit. Im Mittelpunkt stellte sie die Sprachenentwicklung und zog damit Verbindungen zur Politik und kulturellen Entwicklung. Professor Dr. Kerstin S. Jobst, M. A., Universität Wien, Österreich, eine der besten deutschsprachigen Kennerinnen der Ukraine und ihrer Geschichte fesselte die Zuhörerschaft mit ihrem Vortrag über die Geschichte der Ukraine von der Neuzeit bis zur Februar-Revolution, wobei Karten und Bilder das Referat noch weiter belebten.

Prof. Dr. Andrij Kudrjačenko

Prof. Dr. Kasimierz Wóycicki

Damit war der Übergang geleistet für das Referat des renommierten Prof. Dr. Andrij Kudrjačenko, Universität Kiew, Ukraine, Mitglied der Akademie der Wissenschaften, mit klaren Aussagen zur jüngeren Entwicklung, nämlich von der Februar-Revolution bis zum Zerfall der Sowjetunion. Die Ukrainische Narration der Vergangenheit und die europäische Idee war Gegenstand des lebendigen Vortrags von Prof. Dr. Kasimierz Wóycicki, Universität Warschau, Polen, Direktor der Europäischen Akademie Kreisau. Er begrüßte ganz besonders, dass eine solche Tagung durchgeführt wurde und rühmte auch die lebendige und fachkundige Mitarbeit der Zuhörerschaft. Als besonders kenntnisreicher Diskussionsteilnehmer zeichnete sich Dr. Dr. h.c. Alfred Eisfeld vom Göttinger Arbeitskreis aus, ein weithin bekannter Kenner der Materie.

Pastor Andreas Hamburg

Viktor Kostiv, LL.M.

Beeindruckend und nachhaltig wirkend war der Vortrag von Pastor Andreas Hamburg aus Bremen, zum Thema „Ukraines Ethnien, Sprachen und Religionen“. Er wuchs in der Ukraine auf und wirkte dort viele Jahre und war auch hochrangigen Vertretern des Landes begegnet. Wer könnte besser über die Euromaidan-Bewegung berichten als ein Aktivist auf der Straße und auf dem Maidan, der auch von einer Verfolgung durch die Geheimpolizei berichten konnte. Viktor Kostiv, LL.M., Uzhgorod, Ukraine, ist insoweit schon mehrmals in Deutschland aufgetreten.

Dr. iur. Holger Kremser

Dr. iur. Carolin Gornig

Die Annexion der Krim durch Russland, eine völkerrechtliche Würdigung, behandelte der bekannte und bewährte Referent Dr. jur. Holger Kremser, Georg-August-Universität Göttingen, Göttinger Arbeitskreis. Frau Dr. iur. Carolin Gornig, Gießen, behandelte das hochaktuelle Thema der völkerrechtlichen Würdigung der Einmischung Russlands in der Ostukraine. Dieses Thema war zu einem großen Teil Thema ihrer jüngst abgeschlossenen und mit einem Preis versehenen Dissertation an der Universität Erlangen. Insgesamt wurde geklärt, ob die Abspaltung der Krim rechtmäßig war und die Durchführung internationale Standards erfüllte. Putin zeigt sich fest davon überzeugt, dass Russland nicht gegen Völkerrecht und geltendes Recht verstoßen habe. Allerdings steht er mit dieser Auffassung im Kreise der meisten Regierungschefs und Autoren des Völkerrechts allein. Die Ost-Ukraine ist Schauplatz von Kämpfen zwischen prorussischen Separatisten und ukrainischen Truppen. Sie ist gezeichnet von einer wirtschaftlichen Krise und einer Spaltung der Bevölkerung zwischen Ost und West.

Zum Abschluss kam Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Gilbert Gornig, Philipps-Universität Marburg, Göttinger Arbeitskreis, zu Wort, mit dem Thema Sanktionen gegen Russland wegen des Ukrainekonflikt, rechtlich gesehen. Er leitete auch die zweitägige Tagung in Göttingen. Zu Gast waren etwa 45 interessierte und fachkundige Hörer, auch einige Studierende.

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Gilbert H. Gornig

Nach den Referaten gab es stets rege Diskussionen, den Austausch unterschiedlicher Ansichten, immer konnte man sich aber doch auf einen Grundkonsens einigen.Es zeigte sich, dass die Ukraine für viele immer noch ein unbekanntes Land ist. Die schwierige Auseinandersetzung um die Existenz einer ukrainischen Ethnie, aktuelle Fragen zur Religion infolge der Unabhängigkeit der ukrainisch–orthodoxen Kirche und zur Existenz einer eigenen Sprache, jüngste politische Entwicklungen, der Euromaidan, die Krimannexion und die die russischen Übergriffe auf die Ostukraine sowie die Sanktionen der Europäischen Union gegenüber Russland wegen der Übergriffe auf die Ukraine wurden diskutiert und dabei wurde kaum ein wesentlicher Aspekt ausgelassen. Nochmals sei hervorgehoben, dass ein äußerst engagiertes, interessiertes und fachkundiges Publikum begrüßt werden konnten. Bereits heute gab es Nachfragen nach dem Tagungsband, auch aus dem Ausland.

Im Jahr 2016 wurde der Ukraine-Konflikt als ein vergessener Krieg bezeichnet, da die Berichterstattung durch andere Ereignisse wie die Griechenlandkrise oder die Flüchtlingspolitik in den Hintergrund geriet. Das gilt auch heute noch. Dadurch wurde der Ukraine-Konflikt weitgehend aus den Medien verdrängt, obwohl in der Ostukraine immer noch Tote zu beklagen sind. Mit der Tagung wurde für ein interessiertes Publikum eine große Lücke geschlossen. In einem Tagungsband werden bald die Referate einem noch breiteren Publikum zugänglich gemacht werden. Die nächste Tagung mit Belarus im Mittelpunkt wird von vielen schon mit Spannung erwartet.

14.09.2020

Der Göttinger Arbeitskreis e. V. hat in Zusammenarbeit mit der Kazakhstan Research & Education Networking Association und dem Archiv des Präsidenten der Republik Kasachstan am 15. Juli 2020 mit dem auf drei Jahre angelegten Projekt „Erschließung von Quellen zur Geschichte und Kultur der Deutschen in Kasachstan“ begonnen. Geleitet wird das Projekt auf deutscher Seite von den Herren Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Gilbert H. Gornig und Dr. Dr. h. c. Alfred Eisfeld. Im Rahmen dieses Projekts ist die Recherche, Digitalisierung und Veröffentlichung von Dokumenten aus zentralen und staatlichen Gebietsarchiven der Republik Kasachstan geplant. Eine Auswahl von Dokumenten soll auch in deutscher Übersetzung der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Das Projekt wird von einem wissenschaftlichen Beirat in Deutschland und einem in Kasachstan begleitet. Über Zwischenergebnisse werden wir auf dieser Seite informieren.

Das Projekt wird von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien gefördert.

24.11.2019

08.11.2019

 

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12.06.2019

Der langjähriger Mitarbeiter des Göttinger Arbeitskreises Dr. h.c. Egils Levits, der bereits stellvertretender Ministerpräsident Lettlands, Justizminister und lettischer Botschafter in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Ungarn war, ferner Richter am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, Schlichter am Vergleichs- und Schiedsgerichtshof innerhalb der OSZE, Mitglied des Ständigen Schiedshofes und Richter am Europäischen Gerichtshof in Luxemburg, wurde am 29. Mai 2019 zum Präsidenten der Republik Lettland gewählt. Er wird dieses Amt am 8. Juli 2019 antreten. Der Göttinger Arbeitskreis und seine Mitglieder gratulieren ihm herzlich und wünschen ihm in seinem hohen Amt viel Erfolg. Wir sind sehr stolz auf ihn!

12.06.2019

Neu: Dokumentenband:

Der Große Terror in der Ukraine

"Bol'šoj terror" v Ukraine: nemeckaja operacija 1937-1938 gg.
[Der Große Terror in der Ukraine: Die deutsche Operation der Jahre 1937-1938]

Herausgeber: Alfred Eisfeld, Andrij Kogut, Sergij Kokin, Otto Luchterhandt, Iryna Ljabach, Natalija Serdjuk, Joachim Tauber

Der Dokumentenband "Bol'šoj terror" v Ukraine: nemeckaja operacija 1937-1938 gg. [Der Große Terror in der Ukraine: Die deutsche Operation der Jahre 1937-1938] wurde im Rahmen eines Forschungsprojekts des Nordost-Instituts (IKGN e.V.) in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Behördenarchiv des Sicherheitsdienstes der Ukraine erarbeitet. In den Band wurden 258 Dokumente der Jahre 1934 bis 1991 aufgenommen.

Dem Dokumententeil sind ein Vorwort des Redaktionskollegiums, ein Beitrag zur Historiographie des Themas (S. Kokin) und eine Einführung in das Thema (Alfred Eisfeld) jeweils in ukrainischer und russischer Sprache vorangestellt. In der Einführung wurden Dokumente der RKP(B) und der Sicherheitsorgane der UdSSR ab 1922, Dokumente aus dem Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes u. a. zur Klärung der Politik der Sowjetmacht und des Einflusses der Entwicklung in Deutschland in Bezug auf die deutsche Zivilbevölkerung in der UdSSR analysiert.

Die Dokumente (Befehle und Informationsrundschreiben [orientirovka] der OGPU und des NKVD) belegen, dass die deutsche Bevölkerung seit Mitte der 1920er Jahre als innerer Feind galt. Nach der Machtergreifung der NSDAP wurde ihr die Rolle einer "fünften" Kolonne zugeschrieben, die im Kriegsfall im Rücken der Roten Armee Sabotage und Terrorakte verüben würde.

Der Befehl des NKVD der UdSSR Nr. 00439 vom 25. Juli 1937 richtete sich nicht nur gegen reichsdeutsche Staatsangehörige, wie dies gelegentlich in Publikationen dargestellt wird. In Ziff. 4 des Befehls wurde die endgültige Zerschlagung des von Agenten des deutschen Nachrichtendienstes geschaffenen Umfeldes (nizovka) gefordert. In Ziff. 5 wurde verdeutlicht, dass dazu sowohl deutsche Sowjetbürger, als auch Angehörige anderer Staaten zu zählen sind. Diese beiden Hinweise erweiterten den Personenkreis der potentiellen Opfer und stellten die Weichen auf Massenverhaftungen. Die Ausweitung der Repressionen, deren einzelnen Etappen wurden im Dokumentenband durch Befehle, Rundschreiben, Verhörprotokolle, Sitzungsprotokolle der "Trojka" in den Gebieten, Bestätigungen der vorgeschlagenen Strafmaße durch die "Dvojka" des NKVD der UdSSR, Anweisungen zum Vollzug der Erschießungen und Vollzugsmeldungen darüber, Berichte über den Verlauf der Verhaftungen und Statistiken dokumentiert. Als Faximile veröffentlichte Dokumente vermitteln einen optischen Eindruck von unterschiedlichen Gattungen analysierter Archivalien. Eine Dokumentenübersicht, Namens- und Ortsverzeichnisse, ein Verzeichnis verwendeter Abkürzungen und Kurzbiographien von Angehörigen des NKVD und der deutschen Konsulate ermöglichen die Lektüre des umfangreichen Werkes.

Die Dokumente sind in russischer Sprache veröffentlicht, Vorwort und Einführung in ukrainischer und russischer Sprache.

Kiev 2018, 1248 S., Hardcover, ISBN: 978-617-684-167-8, 43,00 €

Der Titel ist über den Göttinger Arbeitskreis e. V. beziehbar.

 

18.09.2018

16.05.2018 

06.01.2018

18.02.2016
Vorwort und Inhaltsverzeichnis

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Veröffentlichung des Göttinger Arbeitskreises e. V. Nr. 522 erschienen:

Дело «Национального союза немцев на Украине» 1935-1937 гг.: документы и материалы. Київ, 2016. 608 C.

Gerichtsverfahren gegen den „Nationalen Verband der Deutschen in der Ukraine“ 1935-1937: Dokumente und Materialien. Kiev, 2016. 608 S.

In den Sammelband fanden Dokumente aus den Beständen des Staatlichen Facharchivs des Sicherheitsdienstes der Ukraine Eingang, die Aufschluss über die Umstände bei der Fabrikation des „Falls“ des sogenannten „Nationalen Verbandes der Deutschen in der Ukraine“, die Verurteilung seiner „Mitglieder“, bei denen es sich hauptsächlich um Vertreter der Nomenklatura auf Rayon-, Gebiets- und Republikebene sowie um Funktionäre handelte, die in den 1920er und 1930er Jahren in der UdSSR in staatlichen Stellen mit der Arbeit in der deutschen Bevölkerung befasst waren, sowie über deren postume Rehabilitierung geben.

In dem Sammelband wurden 114 Dokumente aus der Zeit zwischen 1922 und 1944 veröffentlicht: Autobiografien, Beschlüsse, Memoranden, Anweisungen, Verhörprotokolle von Angeklagten, Anklageschriften, Stenogramme von Gerichtsverhandlungen, Urteile, Berufungsanträge; Briefe von Verwandten und Angehörigen der Verurteilten mit Bitten um Rehabilitierung, Stellungnahmen von Kollegen, gerichtliche Entscheidungen etc. Im Mittelpunkt stehen zwei thematische Blöcke von Dokumenten zu kollektiven „Fällen“: zum Fall der „Odessaer Filiale“ und zum Fall der „Führungsgruppe“ des sogenannten „Nationalen Verbandes der Deutschen in der Ukraine“.

Das gemeinsame Forschungsprojekt des Göttinger Arbeitskreises e. V. mit Herrn Prof. Dr. O. Rublov vom Institut für Geschichte der Nationalen Akademie der Wissenschaften der Ukraine wurde von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestags gefördert.

Die Drucklegung wurde von der Dr. Walther Liebehenz-Stiftung, Göttingen, bezuschusst.

Der Band kann ab Mitte März zum Preis von 30,00 € zzgl. Versand bestellt werden.
Vorwort und Inhaltsverzeichnis
Vorwort+und+Inhaltsverzeichnis
Vorwort+und+Inhaltsverzeichnis.pdf
PDF-Dokument [5.2 MB]
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PREISSENKUNG Veröffentlichung des Göttinger Arbeitskreises e. V. Nr. 481:

Ченцов Виктор Васильевич: Трагические судьбы. Политические репрессии против немецкого населения Украины в 1920-е – 1930-е годы. Москва: Готика 1998. 207 С. 5-7834-0027-0
: € 9,50 новая цена: 7,00 € + пересылка

Čencov, Viktor Vasilevič: Tragičeskie sudby. Političeskie repressii protiv nemeckogo nasele-nija Ukrainy v 1920-e – 1930-e gody. Moskva: Gotika 1998. 207 S. ISBN: 5-7834-0027-0

:
€ 9,50 NEU: 7,00 € zzgl. Versand

3.12.2014

Textsammlung zur Geschichte und Kultur der Deutschen in Kasachstan

Auf Initiative der Assoziation der gesellschaftlichen Vereinigungen der Deutschen Kasachstans "Wiedergeburt" wurde eine Konzeption für die Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit in Kasachstan erarbeitet. Darin findet sich an prominenter Stelle ein vom Göttinger Arbeitskreises e. V. eingebrachtes Projekt wieder. Mit einer Textsammlung zur Geschichte und Kultur der Deutschen Kasachstans im Kontext der Geschichte Kasachstans sollen die wechselvolle Geschichte der deutschen Minderheit, die von 63,5 Tausend vor dem Ersten Weltkrieg bis auf ca. 960 Tausend (1989) angewachsen war und gegenwärtig ca. 180 Tausend Personen zählt, chronologisch und systematisch dargestellt werden. Die von Wissenschaftlern aus Kasachstan und Deutschland zu erarbeitenden Texte sollen mit Dokumenten, Illustrationen und einer Literaturliste ergänzt werden. Damit soll einer breiten russischsprachigen Leserschaft in Kasachstan, der GUS und in Deutschland die Beschäftigung mit einem wenig bekannten Kapitel der deutschen Geschichte in Asien, die zugleich Teil der Geschichte Kasachstans ist, ermöglicht werden. Die Gesellschaft "Wiedergeburt" hofft damit einen Beitrag zum Abbau von Vorurteilen und zur Verbesserung der gesellschaftlichen Akzeptanz der Deutschen Kasachstans in ihrem multiethnischen und multireligiösen Umfeld leisten zu können.

Die Projektleitung wird vom Göttinger Arbeitskreis e.V. wahrgenommen. Gefördert wird das Projekt vom Bundesministerium des Innern.

30.1.2014

N E U E R S C H E I N U N G

Der Göttinger Arbeitskreis: Veröffentlichung Nr. 521.
Im Verlag „Donbass“, Ukraine, ist das in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Archiv des Gebiets Nikolaev erarbeitete Werk

Немцы Николаевщины. 1918 - 1931 гг. Аннотированный реестр дел.

Die Deutschen der Region Nikolaev. 1918 – 1931. Annotiertes Findbuch. Hrsg.: Alfred Eisfeld, wiss. Redaktion: Olga Eisfeld, Verf.: Maryna Melnik.

mit einem Umfang von 822 Seiten erschienen.

Bei der Erstellung des Findbuchs wurden 2056 Akten aus 55 Aktenbeständen des genannten Zeitraums gesichtet. Themenrelevante Dokumente wurden in 1000 Akten aus 47 Aktenbeständen gefunden. Es handelt sich um Aktenbestände der Verwaltung des Gouvernements Nikolaev, der Verwaltungen mehrerer Bezirke, Rayons und Ortschaften mit deutscher Bevölkerung sowie um Revolutions- und Dorfarmenkomitees, Wehrersatzämter, und Dorfsowjets. Die Akten wurden gesichtet und beschrieben, der Inhalt der Dokumente kurz annotiert. Damit wird der Zugang zu diesen Akten wesentlich erleichtert.

Das Findbuch ist, wie auch die überwiegende Anzahl der Dokumente, in russischer Sprache verfasst. Es hat einen Umfang von 822 Seiten. Das Namensregister (86 Seiten) und das geografische Register (22 Seiten) machen das Auffinden benötigter Informationen leichter. Die Orientierung wird durch ein Inhaltsverzeichnis in russischer und deutscher Sprache erleichtert.

Das Findbuch kann beim Göttinger Arbeitskreis e. V. zum Preis von 25,00 € zuzüglich Versandkosten bestellt werden.